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Goethe B1 Lesen: Format, Aufgabentypen und Tipps

Lesen ist das Lesemodul der Prüfung Goethe-Zertifikat B1. Sie haben 65 Minuten Zeit für fünf Leseaufgaben mit insgesamt 30 Aufgaben, die ein breites Spektrum an Lesekompetenzen prüfen – vom detaillierten Verstehen bis zum schnellen selektiven Lesen. Wer das Format im Voraus kennt, vermeidet Überraschungen am Prüfungstag und kann die Vorbereitungszeit gezielt einsetzen.

Aktualisiert am 2026-07-11

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Goethe B1 Lesen: Format, Aufgabentypen und Tipps

Überblick über die fünf Teile

TeilAufgabentypTextsorteAufgabenEmpfohlene Zeit
Teil 1Richtig / FalschBlogbeitrag, E-Mail oder Brief6 Aussagen~10 Min.
Teil 2Multiple Choice (A / B / C)Zwei kurze Presseartikel2 × 3 Fragen~20 Min.
Teil 3Zuordnung Personen → Anzeigen10 kurze Anzeigen / Bekanntmachungen (A–J)7 Situationen~10 Min.
Teil 4Ja / NeinForenkommentare (dafür / dagegen)7 Aussagen~15 Min.
Teil 5Multiple Choice (A / B / C)Regeln oder Vorschriften (z. B. Hausordnung)4 Fragen~10 Min.
Die Gesamtzeit für Lesen beträgt 65 Minuten für 30 Aufgaben, und jede Aufgabe zählt gleich viel. Die oben angegebenen Zeiten orientieren sich am offiziellen Modellsatz – üben Sie mit der Stoppuhr, um ein Gefühl für das Tempo zu entwickeln, und planen Sie ein paar Minuten ein, um Ihre Antworten zu übertragen.

Teil 1 — Richtig/Falsch-Korrespondenz

Sie lesen einen Alltagstext in Form einer Korrespondenz (200–300 Wörter) – einen Blogbeitrag, eine E-Mail oder einen Brief zu Themen wie Gesundheit, Reisen oder Veranstaltungen in der Gemeinde. Unter dem Text stehen sechs Aussagen, bei denen Sie entscheiden, ob sie laut Text richtig oder falsch sind.

Die entscheidende Fähigkeit: Paraphrasieren. Die richtige Antwort verwendet selten genau denselben Wortlaut wie der Text. Trainieren Sie, Synonyme und Umformulierungen zu erkennen (z. B. "günstig" im Text, "preiswert" in der Aussage).

  • Lesen Sie zuerst die sechs Aussagen, damit Sie wissen, worauf Sie achten müssen.
  • Unterstreichen Sie die Textstelle, die über jede Aussage entscheidet.
  • Wenn eine Aussage etwas Richtiges mit etwas Falschem verbindet, ist die Antwort falsch.
  • Nutzen Sie kein Vorwissen – alle Antworten ergeben sich aus dem Text.

Teil 2 — Multiple-Choice-Presseartikel

Sie lesen zwei kurze Zeitungs- oder Zeitschriftenartikel (je 150–200 Wörter). Zu jedem Artikel gibt es drei Multiple-Choice-Fragen mit je drei Optionen (A, B, C) – insgesamt sechs Aufgaben. Die Fragen können sich auf ein Detail, eine Meinung oder die Hauptaussage des Textes beziehen.

  • Die Fragen folgen der Reihenfolge des Textes – bearbeiten Sie sie der Reihe nach.
  • Streichen Sie zunächst eindeutig falsche Optionen, entscheiden Sie dann zwischen den verbleibenden beiden.
  • Achten Sie auf "extreme" Antwortoptionen (immer, nie, nur) – diese sind meist falsch.
  • Die richtige Antwort paraphrasiert den Text oft, statt ihn direkt zu zitieren.

Teil 3 — Personen Anzeigen zuordnen

Sieben Personen haben jeweils ein Bedürfnis oder eine Situation, die in ein oder zwei Sätzen beschrieben wird. Sie ordnen jeder Person die Anzeige oder Bekanntmachung zu (aus insgesamt zehn, gekennzeichnet mit A–J), die ihrem Bedürfnis am besten entspricht. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige – in diesem Fall markieren Sie 0.

  • Markieren Sie Schlüsselwörter in jeder Situation: Art der Aktivität, Zeit, Ort, Preis, Zielgruppe.
  • Eine Anzeige passt nur, wenn sie alle wesentlichen Bedingungen der Situation erfüllt.
  • Jede Anzeige darf nur einmal verwendet werden – eliminieren Sie zuerst offensichtlich unpassende Anzeigen.
  • Denken Sie an die Option "keine Übereinstimmung": Genau eine Situation hat keine passende Anzeige, daher ist 0 eine echte Antwort und kein Rateergebnis.
  • Dies ist eine Scanning-Aufgabe – lesen Sie nicht jede Anzeige vollständig, sondern suchen Sie gezielt nach den entscheidenden Details.

Teil 4 — Ja/Nein-Meinungen

Sie lesen eine Online-Diskussion – mehrere kurze Leserkommentare zu einer Frage von öffentlichem Interesse (zum Beispiel: Sollten Innenstädte autofrei werden?). Bei jeder der sieben Aussagen entscheiden Sie, ob die verfassende Person dafür (Ja) oder dagegen (Nein) ist.

Achten Sie auf indirekt ausgedrückte Meinungen: Eine Person kann zunächst einen Nachteil einräumen, bevor sie sich für die entgegengesetzte Seite entscheidet ("Natürlich kostet das Geld, aber…"). Bewerten Sie die Gesamtposition, nicht einen einzelnen Satzteil.

Teil 5 — Multiple-Choice-Regeltext

Der letzte Teil enthält einen kurzen Regel- oder Vorschriftentext (150–200 Wörter) – eine Hausordnung, Bibliotheks- oder Fitnessstudio-Regeln, Sicherheitshinweise – mit vier Multiple-Choice-Fragen (A, B, C). Die größte Hürde ist hier das formelle, bürokratische Vokabular. Beantworten Sie alle vier Fragen, auch wenn Sie unsicher sind, da falsche Antworten nicht negativ gewertet werden.

Üben Sie das Lesen von Hausordnungen, Kursangeboten und Hinweisschildern, um den Wortschatz für diesen Aufgabentyp aufzubauen.

Bewertung und Bestehen

Alle 30 Aufgaben zählen gleich viel, und Ihre Rohpunktzahl wird auf eine Skala von 100 Punkten für das Modul umgerechnet. Sie benötigen mindestens 60 von 100 Punkten, um Lesen zu bestehen. Leere Antworten werden genauso gewertet wie falsche – nämlich null Punkte –, lassen Sie also nie eine Aufgabe unbeantwortet.

Goethe B1 ist modular aufgebaut: Jedes der vier Module (Lesen, Hören, Schreiben, Sprechen) wird einzeln mit 60 Punkten bestanden oder nicht bestanden, eine Gesamtpunktzahl über alle Module gibt es nicht. Eine sehr hohe Punktzahl in einem Modul kann eine niedrige Punktzahl in einem anderen nicht ausgleichen – dafür können Sie aber auch nur das nicht bestandene Modul wiederholen.

Vorbereitungsstrategien

  • Bearbeiten Sie mindestens zwei vollständige Goethe-B1-Modellsätze unter Zeitdruck.
  • Legen Sie ein Vokabelheft mit Paraphrase-Paaren an (z. B. günstig / preiswert, häufig / oft).
  • Lesen Sie täglich authentische deutsche Texte: Nachrichten, Blogbeiträge, Produktbeschreibungen.
  • Üben Sie für Teil 3 das Zuordnen von Stellenanzeigen oder Veranstaltungshinweisen zu hypothetischen Personen – und suchen Sie dabei stets nach derjenigen ohne Übereinstimmung.
  • Messen Sie die Zeit pro Teil und passen Sie Ihr Tempo über 4–6 Wochen Übung an.

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